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Rafael Neff interessiert nicht allein, was ein Motiv oder Material ist, sondern was es werden kann. Seit mehr als zwei Jahrzehnten richtet er seinen Blick auf Dinge, deren eigentliche Qualität sich… weiterlesen
Vita Ausstellungen Interview
Rafael Neff interessiert nicht allein, was ein Motiv oder Material ist, sondern was es werden kann. Seit mehr als zwei Jahrzehnten richtet er seinen Blick auf Dinge, deren eigentliche Qualität sich oft erst bei genauer Betrachtung offenbart: die Ordnung menschenleerer Räume, das Spiel von Licht und Fläche, die besondere Präsenz eines Materials. In seinen Fotografien verwandelt er Gegenstände und Orte durch Perspektive und Komposition; in seinen jüngeren Arbeiten vollzieht sich diese Transformation im Material selbst. So unterschiedlich seine Werkgruppen erscheinen, verbindet sie eine Haltung: Neff gibt dem Vertrauten eine neue Präsenz.
Beach
In Beach wird ein alltägliches Motiv zum Ausgangspunkt einer präzisen Choreografie. Fast menschenleere Strände, Strandkörbe und ein weit gespannter Himmel bilden stille Bühnen, auf denen Licht, Farbe und Geometrie die Hauptrollen übernehmen.
Noch bevor die Badegäste zurückkehren und die Körbe wieder zu Gebrauchsgegenständen werden, entwickeln sie ein Eigenleben. Mal setzen sie kleine Farbakzente in die Weite, mal verdichten sie sich zu beinahe abstrakten Formationen. Neff spielt mit Nähe und Distanz, Schärfe und Unschärfe, Fläche und Tiefe. Aus Ferienarchitektur entstehen Bilder zwischen konkreter Gegenwart und verblassender Erinnerung – zugleich zeitgebunden und eigentümlich zeitlos.
Operas
Seit 2007 fotografiert Rafael Neff Opern- und Theaterhäuser auf der ganzen Welt. In Häusern wie der Mailänder Scala, der Royal Opera in London, der Bayerischen Staatsoper oder dem Opernhaus Zürich richtet er seine Kamera auf Räume, die selbst bereits große Inszenierungen sind.
Logen, Ornamente und Kuppeln verdichten sich im warmen Licht zu einer beinahe sakralen Atmosphäre. Bemerkenswert ist gerade die Abwesenheit der Menschen: Die Säle sind leer und scheinen dennoch erfüllt von dem, was sich in ihnen ereignet hat und wieder ereignen wird – von Applaus, Drama, Erwartung. Neff fotografiert Architektur und macht darin zugleich die Erinnerung an vergangene und die Spannung vor kommenden Aufführungen spürbar.
Libraries
Auch Neffs Bibliotheken sind Speicher – nicht für flüchtige Aufführungen, sondern für Jahrhunderte des Denkens. Vom barocken Überschwang des Benediktinerstifts Admont bis zur vergleichsweise nüchternen Klarheit der Bibliothèque Sainte-Geneviève in Paris zeigt er, wie unterschiedlich Wissen architektonisch Gestalt annehmen kann.
Seine große Tiefenschärfe lässt Regale, Gewölbe und kleinste Details mit außergewöhnlicher Deutlichkeit hervortreten. Doch diese Präzision dient nicht bloß der Dokumentation. Die Bibliotheken erscheinen vielmehr als geistige Räume, deren Dimension weit über den Einzelnen hinausweist. Architektur wird bei Neff zum sichtbaren Gedächtnis.
Wine Cellar
In den berühmten Weinkellern großer Traditionshäuser richtet Neff seinen Blick auf Räume, deren eigentliche Bedeutung sich erst mit der Zeit entfaltet.
Fässer, Gewölbe und lange Fluchten entwickeln durch Symmetrie, Wiederholung und zurückhaltendes Licht eine fast kontemplative Wirkung. Je tiefer der Blick in diese Räume eindringt, desto stärker wird ein Prozess spürbar, dessen Ergebnis noch verborgen ist. Die Fotografien erzählen von Sorgfalt, von handwerklichem Wissen und dem langen Warten auf Reife. Neff macht sichtbar, was Wein und Kunst verbindet: Qualität entsteht durch Zeit, Erfahrung und Geduld.
Gold Leaves
Mit Gold Leaves führt Neff sein Interesse an Detail, Oberfläche und Verwandlung aus der Fotografie unmittelbar ins Material. Tausende handgefaltete Blättchen verdichten sich hinter transparentem Acrylglas zu dreidimensionalen Feldern, die im wechselnden Licht zu flirren beginnen. Die Werkgruppe entstand aus Resten vergoldeter Portraitplatten und entwickelte sich aus dem Experiment zu einer eigenständigen künstlerischen Sprache.
Seit rund zwei Jahrzehnten arbeitet Neff mit Blattgold; hier ist es nicht länger Mittel der Veredelung, sondern selbst Gegenstand des Werks. Die einzelnen Blättchen wirken fragil und entfalten in ihrer Vielzahl dennoch eine überwältigende Präsenz. Sie reflektieren das Licht, scheinen hinter dem Acryl zu schweben und bleiben der Berührung entzogen. Gerade in dieser Spannung zwischen Nähe und Distanz, Kostbarkeit und Leichtigkeit liegt ihre Wirkung: Gold schmückt hier nicht – es trägt das Werk.
Brass Sculpture
In der Serie Brass Sculpture wird aus Neffs Beschäftigung mit metallischen Oberflächen plastische Form. Hochglanzpoliertes Messing ist nicht bloß Werkstoff, sondern aktiver Teil der Wahrnehmung: Es reflektiert den Raum, reagiert auf Licht und verändert sich mit dem Standpunkt des Betrachters. Arbeiten wie Pillow und Blow Up treiben Neffs Prinzip der Transformation konsequent in die Dreidimensionalität.
Bei Pillow beginnt diese Transformation bereits im Entstehungsprozess. Ein Reststück aus dünnen Metallbändern brachte Neff auf die Idee, zwei verbundene Flächen mit Druckluft auseinanderzutreiben. Aus einem zunächst offenen Experiment entstand so eine eigenständige skulpturale Form.
Dabei lebt Pillow von einem präzisen Widerspruch: Ein Kissen verspricht Weichheit, Wärme und Nachgiebigkeit; Neffs Metall setzt dem Härte, Gewicht und spiegelnde Distanz entgegen. Selbst die Schweißnaht orientiert sich an einer Technik aus der Textilverarbeitung und überträgt damit die Logik des Stofflichen auf Metall. Was weich aussieht, ist unnachgiebig. Was zum Gebrauch bestimmt scheint, wird zum autonomen Objekt – beinahe zur Trophäe. „Messing-Kissen können nicht gemütlich sein“, sagt Neff. Gerade indem das Kissen seine ursprüngliche Funktion verliert, gewinnt es eine neue Bedeutung.
Arbeitsweise
Hinter der Vielfalt von Rafael Neffs Werk steht ein bemerkenswert konsequenter Prozess. „Wir Künstler sind Suchende“, beschreibt er seine Haltung selbst. Für ihn bedeutet dieses Suchen ein beharrliches Experimentieren: eine Idee finden, prüfen, verwerfen, weiterentwickeln – und so lange an ihr arbeiten, bis Material, Form und Ausdruck ineinandergreifen.
Der 1969 geborene Künstler studierte Fotografie in Mainz, Prag und New York. Der geschulte Blick des Fotografen bleibt auch dort präsent, wo keine Kamera mehr beteiligt ist: in seinem Sinn für Ausschnitt und Oberfläche, im Umgang mit Licht und vor allem in seiner Aufmerksamkeit für das Detail. Bei den Gold Leaves entsteht aus Tausenden einzelner Elemente ein geschlossenes Ganzes; für die Messingskulpturen wird das empfindliche Metall aufwendig von Hand bearbeitet, poliert, gereinigt und mehrschichtig lackiert. Bei Pillow können kleinste Einschlüsse oder Unregelmäßigkeiten selbst in den letzten Arbeitsschritten den gesamten Prozess infrage stellen.
Neffs Perfektion ist deshalb keine Frage glatter Oberflächen allein. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass etwas Bekanntes seine gewohnte Bedeutung hinter sich lassen kann. Vom Strandkorb bis zur Bibliothek, vom Blattgold bis zum Messingkissen sucht Rafael Neff nach diesem Moment der Verwandlung: wenn aus dem Gegenstand ein Bild, aus dem Material ein Ausdruck und aus dem Vertrauten etwas wird, das wir neu sehen.
| 1969 | geboren in Freienseen |
| 1995-1996 | Arbeit in einer Werbeagentur |
| Erste fotografische Arbeiten | |
| Staatlich gefördertes Fotografie-Stipendium | |
| 1996 -2001 | Studium Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Mainz mit Schwerpunkt Fotografie |
| Studienaufenthalte in Prag und New York | |
| Anschließend Meisterschüler von Kevin Clarke - New York City | |
| 2001 | Diplom in Fotografie an der FH Mainz |
| Prämierte Arbeit für den “emotionalen Garten” | |
| Beginn einer freien Arbeit “Strandkörbe” | |
| 2002 | Projekt “Strandkorb” in New York |
| 2003 | Projekt “Strandkorb” an der gesamten Nordseeküste |
| 2004 | Gründung von neff fotodesign |
| Projekt “Strandkorb” an der gesamten Ostseeküste | |
| 2005 | Projekt “Strandkorb” von der Polnischen Küste bis zur Kurischen Nehrung |
| Buchproduktion neff fotodesign | |
| 2006 | Fotografenvertrag mit John Deere |
| Künstlerische Arbeit für die Franz Schneider Brakel GmbH | |
| Projekt “Strandkorb” an der Italienischen Küste und auf den Inseln Dänemarks | |
| 2007 | Dozentenstelle an Hochschule in Pforzheim für Fotografie |
| 2008 | Gründung des neuen Studios mit Ausstellungsräumen in Oberursel |
| Seit diesem Jahr fortlaufende Ausstellung der größten Sammlung von Bibliotheken und Schauspielhäusern weltweit | |
| 2009 | Start der Kunstserie über die wertvollsten Bücher der Welt |
| Ausstellungsbeteiligungen in New York, Paris, Mailand, Berlin | |
| 2010 | Start der Kunstserie über komplexe Uhrwerke |
| Ausstellungsbeteiligungen in New York, Paris, München, Berlin, Düsseldorf | |
| 2011 | Start der Kunstserie "the most important Wine cellars in the world" |
| Produktionen in Kalifornien, Frankreich, Schweiz, Italien, Deutschland | |
| 2012 | Größte Portraitserie über den Ballett-Intendanten Uwe Scholz |
| Fortführung der Opernserie mit 13 neuen Opern | |
| Start einer neuen Strandhaus Serie | |
| 2013 | Einzelausstellung in Hong Kong, China |
| Einzelausstellung in Salzburg, Österreich | |
| Gruppenausstellung in Heidelberg, Deutschland | |
| Einzelausstellung und komplette Neuausstattung der Villa Merton (Union international Club) in Frankfurt, Deutschland | |
2017 | Weltreise für die Kampagne der Hella GmbH & Co KGaA, um die |
| 2018 | Projekt „Opern“ mit neuen Teilnehmern aus St. Petersburg Sydney und Paris Projekt „Libraries“ mit der Bibliothek St. Gallen |
| Er lebt und arbeitet in Frankfurt, Deutschland | |
| 2019 | Gregor Kalender Award |
| 2013 | DesignPlus Preis |
| 2012 | Bronze Internationaler Kalenderpreis |
| 2010 | Gold Internationaler Kalenderpreis |
| 2008 | Red Dot Design Award |
| Kodak Photo Award | |
| "Gregor" Ehrenpreis der Jury | |
Gold Internationaler Kalenderpreis | |
| 2007 | Gold Internationaler Kalenderpreis |
| 2005 | Designpreis des Landes Rheinland Pfalz |
| 2013 | LUMAS, Salzburg, Österreich |
| Villa Merton (Union international Club), Frankfurt | |
| 2012 | LUMAS, Düsseldorf |
| LUMAS, Hamburg | |
| LUMAS, Berlin | |
| 2011 | LUMAS, Wien, Österreich |
| 2013 | LUMAS, Heidelberg |
| 2010 | Viennafair |
| 2009 | Art Moskau |
| 2008 | AAF, New York Maison et Objets, Paris IMM Cologne Interior Lifestyle, Tokio Paris Photo, Paris ICFF, New York |
| 2007 | Kunst Zürich TIAF, Toronto Tendence Lifestyle, Frankfurt AAF, New York ICFF, New York Art Moscow Art Melbourne Maison & Objets, Paris IMM Cologne art cologne |
| 2006 | Art Fair Köln Kunst Zürich Blickfang, Wien |