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Über Peter DoigHINTERGRUNDINFORMATIONEN
Mit House of Music erweitert Peter Doig seine Malerei um eine Dimension, die bislang im Hintergrund wirkte: die Verbindung von Bild, Musik und Erinnerung. Was vorher von persönlicher Bedeutung war, wird hier zum tragenden Prinzip seines Werks – als Struktur, die Bildräume rhythmisiert und auflädt. Ausgangspunkt ist seine Ausstellung in der Serpentine Gallery, in der Malerei erstmals direkt mit Klang verknüpft wurde. Zentrale Motive seines Werks kehren dabei wieder, doch ihre Bedeutung verschiebt sich. Insbesondere der Löwe – inspiriert von Eindrücken aus Trinidad und zugleich aufgeladen durch die Symbolik des Lion of Judah. In Painting for a Poet erscheint er isoliert und präsent, fast ikonisch; in Lions (Ghost) wird die Szene komplexer: spielerische Bewegung trifft auf unterschwellige Bedrohung, verstärkt durch kunsthistorische Referenzen und eine bewusst gesetzte Farbigkeit. Die Werke verbinden unterschiedliche Ebenen – persönliche Erinnerung, kulturelle Symbolik, malerische Tradition – zu Bildräumen, die von Bedeutung durchdrungen sind, ohne sich festlegen zu lassen. Damit setzt die Werkgruppe Doigs Praxis fort und öffnet sie zugleich: hin zu einer Bildwelt, in der Erinnerung, Musik und Imagination noch enger ineinandergreifen. Ein Raum, in dem Bedeutung nachhallen kann.
Lebensgefühl und Atmosphäre zeichnen die Werke von Peter Doig aus. Mit seinem unverkennbaren Stil vermag es der Maler, so unterschiedliche Motive wie den Wintersport in den Schweizer Alpen und das unbeschwerte Dasein in der Karibik eindrucksvoll darzustellen. Seine emotionale Bildsprache und seine geschickte Inszenierung der einzelnen Figuren verleihen jedem Werk eine Intensität, die sogleich auf den Betrachter einwirkt. Dabei verbindet er die Darstellung von Natur und Mensch mit kunsthistorischen Bezügen und persönlichen Referenzen. Die Zermatt Werke entstanden in den Schweizer Alpen und sind Doigs zweite Bearbeitung des Themas, nachdem er bereits in den 90er Jahren kanadische Winterszenen malte. Aufgrund seiner Begeisterung für das Alpendorf Zermatt und seiner Freundschaft zum Schweizer Künstler Heinz Julen hielt er sich in den Jahren 2020 und 2021 für längere Zeit in Zermatt auf. Dort ließ er sich von der Natur und von den Werbeplakaten der Schweizer Skiorte inspirieren, um seine eigenen Landschafts- und Wintersportinterpretationen zu erschaffen.
Intuition steht im Mittelpunkt des Arbeitsprozesses bei Peter Doig. Er selbst bezeichnet seine Art des Malens als eine Reise, von der er nicht weiß, wohin sie ihn führt. Darüber hinaus spielt Inspiration aus anderen Quellen gleichfalls eine große Rolle. Gerne lässt sich der Künstler von Film und Musik zu seinen Arbeiten inspirieren. Tropische Motive, wie im Fisherman zu sehen, zählen zu seinen bekanntesten Darstellungen und haben ihren Ursprung auf der karibischen Insel Trinidad, wo der Künstler zusammen mit seiner Familie bereits seit vielen Jahren lebt.
Der aus Schottland stammende Peter Doig gehört zu den bedeutendsten Künstlern der zeitgenössischen figurativen Malerei. Seine Werke werden mitunter zu Millionenbeträgen gehandelt und in den wichtigsten Museen der Welt ausgestellt, z.B. im Museum of Modern Art in New York und im British Museum in London. Er war bereits Mitglied im künstlerischen Aufsichtsrat der Tate Gallery in London und als Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf tätig.
VITA
1959 geboren in Edinburgh, Schottland verbrachte seine Kindheit in Trinidad, Kanada und London, UK 1980-1983 Wimbledon School of Art 1989-1990 Chelsea School of Art, MA 1995-2000 Kurator der Tate Gallery, London, UK 2005 Professur an der Kunstakademie Düsseldorf 2008 Wolfgang-Hahn-Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig, Köln lebt in Trinidad Ausstellungen
Einzelausstellungen
2025–2026 Peter Doig: House of Music, Serpentine South Gallery, London, UK 2023–2024 Peter Doig: Reflections of the Century, Musée d’Orsay, Paris, Frankreich 2023 Peter Doig, The Courtauld Gallery, London, UK 2019 Peter Doig: Paintings, Michael Werner Gallery, London, UK 2017 Peter Doig | Cabins and Canoes: The Unreasonable Silence of the World, Faurschou Foundation, New York, USA 2015 Peter Doig, Michael Werner Gallery, New York, USA
Peter Doig, Fondazione Bevilacqua La Masa, Palazzetto Tito, Venedig, Italien2014 Peter Doig, Fondation Beyeler, Basel, Schweiz; Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark 2013 Peter Doig: Early Works, Michael Werner Gallery, New York, USA; London, UK
No Foreign Lands, National Galleries of Scotland, Edinburgh, UK; Musée des Beaux-Arts de Montréal, Montréal, Kanada2012 Peter Doig: New Paintings, Michael Werner Gallery, London, UK 2011 Siegfried + Poster Project, Gallery Met at the Metropolitan Opera, New York, USA; Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris, Frankreich 2009 Not for Sale, Contemporary Fine Arts, Berlin, Deutschland
Peter Doig: New Paintings, Michael Werner Gallery, New York, USA; Gavin Brown’s Enterprise, New York, USA2008 Peter Doig, Tate Britain, London, UK; Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris, Frankreich; Schirn Kunsthalle Frankfurt, Deutschland 2006 Peter Doig: Studiofilmclub 2003–2006, Ballroom Marfa, Texas, USA
Go West Young Man, Museum der bildenden Künste, Leipzig, Deutschland2005 Peter Doig: Works on Paper, Dallas Museum of Art, Texas, USA; The Gallery at Windsor, Florida, USA; Art Gallery of Ontario, Toronto, Kanada
Peter Doig: Studio Film Club, Museum Ludwig, Köln, Deutschland; Kunsthalle Zürich, Schweiz2004 Peter Doig, Pinakothek der Moderne, München, Deutschland
Peter Doig, Kestner Gesellschaft, Hannover, Deutschland2003 Charley’s Space, Bonnefanten Museum, Maastricht, Niederlande
Peter Doig, Carré d’Art contemporain de Nîmes, Frankreich2000 Echo Lake Matrix, University of California, Berkeley, USA
Peter Doig, Museum of Contemporary Art, Miami, USA
Peter Doig, Saint Louis Art Museum, Missouri, USA1999 Version, Kunsthaus Glarus, Schweiz 1998 Peter Doig: Blizzard Seventy-Seven, Kunsthalle Kiel, Deutschland; Kunsthalle Nürnberg, Deutschland; Whitechapel Gallery, London, UK 1996 Homely, Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, Deutschland Gruppenausstellungen
2026 Songs of Innocence & Experience, part II, Ingleby Gallery, Edinburgh, UK 2025 Flirt and Fantasy: Griffelkunst from Max Klinger to Peter Doig, Kunsthalle Bremen, Bremen, Deutschland
Drawing, Painting, Sculpture, Photography, Film, Video, Sound – Ringier Collection 1995–2025, Langen Foundation, Neuss, Deutschland
Circa 1995: New Figuration in New York, David Zwirner, New York, USA
44 Years of Print Publishing 1982–Until Now, Knust Kunz Gallery Editions, München, Deutschland
2024 Portrait of a Collection: Selected Works from the Pinault Collection, SONGEUN Art and Cultural Foundation, Seoul, Südkorea 2023/24 Works from a Private Collection – from Bourgeois to Valdés, Beck & Eggeling International Fine Art, Düsseldorf, Deutschland 2022 Exquisite Corpses: Drawing and Disfiguration, Museum of Modern Art, New York, USA
The World as Will and Wallpaper, Le Consortium, Dijon, Frankreich
2018 Peindre la nuit, Centre Pompidou-Metz, Metz, Frankreich 2017 House Work, Victoria Miro, London, UK 2015 Forces in Nature, Victoria Miro, London, UK
Lynette Yiadom-Boakye Selects from the V-A-C Collection: Natures, Natural and Unnatural, Whitechapel Gallery, London, UK
2014 Private Utopia: Contemporary Art from the British Council Collection, Tokyo Station Gallery Itami City Museum of Art; Okayama Prefectural Museum of Art; Kochi Prefectural Museum of Art, Japan
Dunedin Public Art Gallery, Neuseeland
2013 Cloud Illusions I Recall, Irish Museum of Modern Art, Dublin, Irland 2012 Spectral Landscape, Museum of Contemporary Canadian Art, Toronto, Kanada
A ciel ouvert. Le nouveau pleinairisme, Musée national des beaux-arts du Québec, Québec, Kanada
Blickwechsel: Landschaft zwischen Bedrohung und Idylle. Von der Neuen Sachlichkeit bis heute, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, Österreich
2008 A Guest of Honour: From Francis Bacon to Peter Doig, Museum der Moderne, Salzburg, Österreich
Marlon Brando, Pocahontas and Me, Aspen Art Museum, Aspen, USA
2007 The Painting of Modern Life, Hayward Gallery, London, UK
Fast Forward: Contemporary Collections for the Dallas Museum of Art, Dallas Museum of Art, Dallas, USA
Rockers Island – Olbricht Collection, Museum Folkwang, Essen, Deutschland
2006 Eye on Europe: Prints, Books & Multiples / 1960 to Now, Museum of Modern Art, New York, USA
In the Alps, Kunsthaus Zürich, Zürich, Schweiz
Essential Painting, National Museum of Art, Osaka, Japan
How to Improve the World: 60 Years of British Art, Hayward Gallery, London, UK
Whitney Biennial 2006: Day for Night, Whitney Museum of American Art, New York, USA
Tate Triennial 2006: New British Art, Tate Britain, London, UK
2005 Ideal Worlds: New Romanticism in Contemporary Art, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Deutschland
The Triumph of Painting – Part 1, Saatchi Gallery, London, UK
The Big Bang, Centre Pompidou, Paris, Frankreich
2004 The Undiscovered Country, Hammer Museum, Los Angeles, USA
54th Carnegie International, Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, USA
Bearings: Landscapes from the IMMA Collection, Irish Museum of Modern Art, Dublin, Irland
2003 Days Like These: Tate Triennial Exhibition of Contemporary British Art, Tate Britain, London, UK 2002 Dear Painter, Paint Me, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Deutschland; Centre Pompidou, Paris, Frankreich 2000 Twisted: Urban and Visionary Landscapes in Contemporary Painting, Van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande 1997 Alpenblick, Kunsthalle Wien, Wien, Österreich 1996 About Vision: New British Painting in the 1990s, Fruitmarket Gallery, Edinburgh, UK;
Museum of Modern Art Oxford, Oxford, UK
1994 Here and Now, Serpentine Gallery, London, UK
The Turner Prize Exhibition, Tate Gallery, London, UK
Unbound: Possibilities in Painting, Hayward Gallery, London, UK
1993 Twelve Stars, Barbican Centre, London, UK 1991 Barclays Young Artist Award, Serpentine Gallery, London, UK 1982 New Contemporaries, Institute of Contemporary Arts, London, UK
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