Tabita Pietsch - Bilder, Werke und Fotografie Tabita Pietsch

Tabita Pietsch


Hintergrundinformationen zu Tabita Pietsch

Einführung

Tabita Pietsch hat eine fotografische Position entwickelt, die sich durch konsequente Reduktion behauptet. Ihre Arbeiten konzentrieren sich auf Architektur in dem Moment, in dem sie zur Bildordnung wird: Fassaden, Türen und Farbflächen werden isoliert, frontal gefasst und zu präzisen Kompositionen verdichtet.

Geboren in Bukarest und heute in Nürnberg tätig, hat sie sich mit dieser klar geführten Bildsprache international etabliert. Ihre Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und in internationalen Ausstellungen von Los Angeles bis Paris gezeigt – eine Resonanz, die sich ebenso in Veröffentlichungen in The Guardian, Vogue, Saatchi Art und dem British Journal of Photography widerspiegelt.

Im Zentrum ihrer Arbeiten steht immer wieder die Architektur von Palm Springs. Pietsch nähert sich diesen Orten nicht einmalig, sondern kehrt wiederholt zu ihnen zurück – zu unterschiedlichen Tageszeiten, unter variierenden Lichtbedingungen. So entsteht kein spontanes Abbild, sondern ein bewusst entwickeltes Bild: Architektur wird beobachtet, präzisiert und schließlich in eine klare visuelle Form überführt.

Diese Form entsteht aus wenigen, genau gesetzten Elementen. Frontale Perspektiven, symmetrische Ordnungen und eine strenge Flächenaufteilung bestimmen den Bildaufbau. Farbe übernimmt dabei die zentrale Rolle. Pastellige, teils künstlich wirkende Töne stehen neben gesättigten Farbflächen; Türen und Fassadenelemente werden zu eigenständigen Setzungen innerhalb der Komposition. Farbe beschreibt hier nicht, sie strukturiert.

Auch das Licht folgt dieser Logik. Es ist weich, nahezu schattenlos und oft leicht überbelichtet. Dadurch verlieren die Motive an räumlicher Tiefe und treten als Fläche hervor. Architektur erscheint nicht mehr als gebauter Raum, sondern als visuelle Konstruktion – klar, reduziert und kontrolliert.

Aus dieser Reduktion ergibt sich die inhaltliche Ebene ihrer Arbeiten. Menschen, Bewegung und Unordnung sind bewusst ausgeblendet. Die Bilder erzählen keine konkreten Geschichten, sie legen keine Handlung fest. Stattdessen richten sie den Blick auf das, was bleibt, wenn alles Erzählerische zurücktritt: Form, Farbe, Verhältnis.

Gerade so werden ihre Motive zu Trägern eines kulturellen Bildes. Palm Springs, Mid-Century-Architektur, klare Linien und intensive Farben stehen nicht nur für Orte, sondern für ein visuelles Konzept von Modernität, Ruhe und Wohlstand. Pietsch greift diese Bildwelt auf und führt sie in eine präzise, zeitgenössische Form.

Ihre Fotografien wirken nicht durch Inszenierung, sondern durch Entscheidung. Durch das Weglassen entsteht Klarheit. Durch Wiederholung entsteht Präzision. Und aus dieser Präzision eine Bildsprache, die sich eindeutig positioniert: zwischen dokumentierter Architektur und konsequent komponierter Fine Art.

Vita

Tabita Pietsch ist eine international preisgekrönte Kunstfotografin mit Sitz in Nürnberg. Geboren in Bukarest, war sie zunächst professionelle Tennisspielerin, spielte für Dinamo Bukarest, wurde mit ihrer Mannschaft Meisterin und gehörte der rumänischen Nationalmannschaft an. Zur Fotografie fand sie später auf persönlichem Weg, als sie erstmals die Kamera ihres Mannes in die Hand nahm. Seit 2010 widmet sie sich der Kunstfotografie und hat sich seither international etabliert. Ihre Arbeiten erschienen unter anderem in The Guardian, VOGUE, Saatchi Art, dem British Journal of Photography, The Cut, Hyperallergic, Daily Mail und Aesthetica Magazine und wurden in Städten wie Los Angeles, Arles, New York, Barcelona, Paris, Florenz, Sydney, Rom und London ausgestellt.

Interview

Picasso sagte einmal: „Kunst macht man nicht, man findet sie.“ Wo findest du deine Kunst?
Mein Mann und ich reisen sehr gerne. Wenn ich Orte entdecke, die mich berühren, macht mich das sehr glücklich. Ich kehre dann immer wieder mit meiner Kamera dorthin zurück und mache Aufnahmen zu verschieden Tageszeiten. Da sind über die Jahre tolle Erinnerungen entstanden oft verknüpft mit einzigartigen Geschichten und Abenteuern.

Von der Idee bis zur Umsetzung: Wie gehst du an deine Arbeit heran?
Unterschiedlich. Wenn ich Menschen fotografiere, habe ich schon alles in meinem Kopf. Alles ist durchdacht, geplant sorgfältig ausgesucht, beginnend bei der Location, dem Outfit, der Requisiten bis zur Pose. Wenn ich Orte oder Landschaften fotografiere, lasse ich mich gerne auf ihre besondere Schönheit und Magie ein und halte Sie mit meiner Kamera fest.

Was ist dein Lieblingsbuch?
100 Jahre Einsamkeit. 

Wie bist du zur Kunst gekommen?
Durch meinen Mann, zu der Zeit, als ich anfing, noch mein Freund. Er ließ mich seine neue Kamera ausprobieren und schon war es um mich geschehen.

Wer sind die Menschen in deinem Umfeld, die dich beeinflussen?
Meine Familie, insbesondere mein Sohn und mein Ehemann, nehmen einen bedeutenden Platz in meinem Leben ein. Darüber hinaus schätze ich die Unterstützung und Inspiration meiner engagierten Freunde sehr.

Stell dir vor, du hättest eine Zeitmaschine. Wohin würdest du reisen?
Kalifornien 60 er Jahre würde mich sehr reizen.

Abgesehen von der Kunst, wofür brennst du am meisten?
- Sport (Tennis und Padel) liebe ich
- Reisen
- viel Zeit in der Natur verbringen
- Zeit mit meinen Liebsten

Woran arbeitest du gerade?
Aktuell arbeite ich an verschiedenen Projekten und Ideen. Ich plane außerdem, mehr Veranstaltungen im Studio zu organisieren, um Künstler und Kunstbegeisterte zusammenzubringen.