Julia Christe
White Sands #9 von Julia Christe
White Sands #9
White Sands #9
2000

White Sands #9

Open Edition
Werknummer: JCH18

CHF 299,00

Teile auf

inkl. MwSt. zzgl. CHF 14 Versand

Julia Christe

White Sands #9

Open Edition
2000
White Sands #9 von Julia Christe
CHF 299,00
60 x 50 cm

Kaschierung auf Alu Dibond, Stärke 3 mm matt

Rahmenlos

CHF 299,00
Teile auf
inkl. MwSt. zzgl. CHF 14 Versand

Weitere Werke von Julia Christe

Hintergrundinformationen zu Julia Christe

CUBAN BEACH & CUBAN CARS

In ihren beiden neuen Serien "Cuban Beach" & "Cuban Cars" widmet sich Julia Christe dem Leben auf der Karibikinsel auf erfrischend humorvolle Art. Dabei bleibt die Künstlerin ihrer unverkennbaren Ästhetik treu und zeigt uns auf diese Weise ihren ganz eigenen Blick auf Land und Leute jenseits von Klischees und den bekannten Straßenszenen und Häuserfassaden, die überlicherweise unsere Vorstellung von Kuba prägen.

Dabei spielen Licht und Helligkeit eine entscheidende Rolle für Julia Christes Bildsprache. Wie schon bei "White Sands" und "White Sands Beach" scheinen Himmel und Erde auch hier am kubanischen Strand beinahe fließend ineinander überzugehen. Nach und nach entdeckt der Betrachter in der von Sonnenlicht durchfluteten Wasserlandschaft skurrile Details, welche die idyllische Szene auf subtile Weise durchbrechen und so zu einem typischen Christe-Bild werden lassen.

Die weltberühmten kubanischen Oldtimer setzt die Künstlerin ebenfalls originell in Szene, indem sie die vorbeifahrenden Autos von der Uferpromenade aus mit Blick auf das Meer fotografiert. Der helle, weite Horizont des Sommertages bildet einen kuriosen Gegensatz zur tosenden Brandung, die über die vorbeifahrenden Wagen und ihre Insassen hinwegfegt.

Mit viel Humor, Liebe zum Detail und einem einzigartigen Gespür für Licht ist es Julia Christe gelungen, Kuba abseits ausgetretener Pfade außergewöhnlich und lebendig zu inszenieren.


WHITE SANDS BEACH

Soweit das Auge reicht

Dass das Klima zusehends verrückt spielt, macht sich inzwischen auch in der Wüste bemerkbar, und so trägt das neue, und vielleicht letzte Kapitel von Julia Christes „White Sands“ den Titel „White Sands Beach“. Massive Regenfälle haben im Herbst 2006 die spektakulären Dünen in eine Seenplatte verwandelt, und Christe machte sich auf den Weg, in diese neue Landschaft vorzudringen, soweit, dass sie die Mehrheit der Besucher des Nationalparks hinter sich lassen konnte. „Wo der Amerikaner nicht hinfahren kann, da ist er nicht“, sagte ihr die Erfahrung.

In diesem Sinne wählte sie die Locations für die aktuellen Aufnahmen, die, komplett inszeniert, zufällige Passanten von vorneherein ausschließen. Die Spannung der Bilder, die in diesen unwiderstehlichen Naturkulissen entstanden, lebt vom Zusammenprall einer präzisen Konzeption, die die Fotografin vorab ausarbeitete, mit der Überraschung, die sie vor Ort erwartete. Diesmal hat Julia Christe bei den Aufnahmen nicht auf den Zufall vertraut, nicht nur auf Passanten gewartet, sondern ihre Protagonisten teilweise selbst mitgebracht und vor Ort mit eigenwilligen Accessoires ausgestattet. Die fotografischen Ergebnisse bergen mal untergründige, mal offensive Komik, die mit Laufsteg-Assoziationen, kleinbürgerlicher Pool-Idylle und surrealen Gaukeleien aufwartet. Die ungeklärte Frage, wie die unzähligen Kaulquappen in die neu entstandenen Gewässer von White Sands gelangten, beschäftigte nicht nur die Biologen, auch Julia Christe scheint sie in ihre skurrile Bildsprache übertragen zu haben: Die Gegenwart der Oktoberfest-Schuhplattlerkapelle aus Garmisch-Partenkirchen bleibt ein ebenso großes Rätsel wie die Herkunft der laichenden Frösche.

Auch wenn die humoristische Note weitaus stärker ausgeprägt ist als in den früheren Kapiteln von White Sands, so macht die unverwechselbare Handschrift der Fotografin Julia Christe die Arbeiten erneut zu einem besonderen ästhetischen Genuss. Ihr Purismus ist betörend und die verlorenen menschlichen Gestalten werden in der Weite der ausschwingenden, monochromen Flächen – im wahrsten Sinne des Wortes – zu wohlgesetzten Pointen.



MEETING POINTS

Es ist immer viel Himmel, den Julia Christe in ihren Bildern unterbringt. Er gibt den strengen Quadraten eine unendliche Weite und Ruhe, die erst die Bühne für feine Ironie und unterschwellige Verstörung bereitet, mit der die makellosen Oberflächen raffiniert vor den Gefahren belangloser Glätte bewahrt werden. Und wer tritt da in diese perfekten Bühnenbilder? Was ist das für eine seltsame Gestalt mit Sombrero, die sich in die neuen Fotografien von Julia Christe einschleicht? Ob auf dem amerikanischen Festland, in Australien oder auf Hawaii, immer steht oder hockt da plötzlich dieses Wesen, das der ausladende Hut auf zwergenhafte Größe reduziert, inmitten grandioser Landschaft, als wolle es teilhaben am Naturerlebnis. Mal präsentiert es einen Fisch vor einer Chorus line von Pelikanen, mal hockt es auf einem verdorrten Baum, um über unseren eigenen Horizont hinaussehen zu können.

Hinter der verschrobenen Figur verbirgt sich die ständige Begleiterin der Kamera, die Fotografin selbst, die sich under cover das nicht selten groteske Verhältnis zwischen Mensch und Natur vornimmt. In einer Variation zu ihrer Serie „White Sands“, in der die Menschen im amerikanischen Vergnügungs-Eldorado auf dem Weg ins Licht – in die Zukunft? – als periphere Erscheinungen irgendwann verschwinden, hat Julia Christe nun den Menschen als kleines, penetrantes Wesen wie von einem anderen Stern inszeniert, sympathisch, aber auch ein wenig nervend: Eine Fehlplanung der Natur? Vielleicht. In jedem Fall aber ein Running gag der Weltgeschichte.


TIERLEGENDEN

In Ihrer Serie „Buffalos“ widmet sich Julia Christe der amerikanischen Ikone schlechthin: dem Bison. Julia Christe beschreibt es als „gewaltig, monumental und richtiges Urviech.“ Mit ihrer im winterlichen Yellowstone Park entstandenen Serie begibt sie sich auch auf die Spuren eines für die Indianer Amerikas nicht nur als Lebensgrundlage sondern auch heilig geltenden Tier. Sie wählt bewusst historisches Terrain, denn der 1872 gegründete Nationalpark war ein wichtiges Rückzugsgebiet für die in der Prärie gnadenlos verfolgten Tiere. Sie verkörpern Legende und Drama des von den Einwanderern auch als neue Welt bezeichneten Kontinents.Ausschließlich im Profil aufgenommen wirken sie umso urwüchsiger. Die schweren Hufe tief im Schnee steckend und mit Schnee im zotteligen Pelz und mächtigem Brustkorb sind sie archaisch und majestätisch zugleich. Als größtes nordamerikanisches Säugetier haben sie sich heutzutage Respekt und ihren Mythos zurückerobert. Die dominant inszenierten Fotos von Julia Christe verfolgen diesen Wandel.

In „Fabulus“ will Julia Christe die winterliche Wildnis des Yellowstone Parks als Fabelwelt zeigen. In nebliger Atmosphäre tauchen Tiere wie Füchse und nordamerikanische Rentierarten als mythische Erscheinungen vor kargen Landschaften auf. Die Fotografin simuliert damit gekonnt die bis heute andauernde Sehnsucht nach unberührter weiter Landschaft in einem Kontinent der Gegensätze mit pulsierenden Metropolen, endlosen Highways und riesigen Farmen. Die schneeweißen Panoramen heben die Silhouetten der Tiere einzigartig hervor. Damit folgt Julia Christie einem Prinzip der blendend hellen Hintergründe, dass sie bereits in ihrer Serie „White Sands“ angewendet hat und welches Teil ihrer markanten Handschrift ist.
1973geboren in Tettnang
1994-2000Studium Kommunikationsdesign an der GH-Uni Essen bei Prof. Bernhard Prinz
seit 2000lebt und arbeitet in Berlin
2006Lead Awards Silber (anteilig für Fotostrecke im Greenpeace-Magazin)
2005Aenne-Biermann-Preis für Deutsche Gegenwartsfotografie, 3. Rang
Lead Awards für die beste Bildreportage, Bronze
2002Fotogalerie 94, Wettbewerb schlaflos, 2. Rang
2001Kodak Nachwuchsförderpreis
Photo-Visionen, 4. Preis
2000Otto-Steinert Preis (lobende Erwähnung)
1998Focus Wettbewerb Auszeichnung
1993Deutscher Jugendfotowettbewerb
2008Fofu, Fucecchio Foto Festival
2007InterCity Berlin-Praha, Galerie Alte Schule, Berlin, Deutschland
2006Realität oder was?, Kunsthalle Aschaffenburg, Deutschland
It’s Real!?, Einzelausstellung, Digital Art, Rödermark, Deutschland
Summer Show, Schneider Gallery, Chicago, USA
Horizonte – Zeitgenössische Landschaftsfotografie, Lumas
Europäischer Monat der Fotografie, Berlin, Deutschland
Postfuhramt Berlin, Rodeo Club, Einzelausstellung, Deutschland
2005Museum für Angewandte Kunst, Beteiligung an der Ausstellung, Gera, Deutschland
Sehnsuchtsbilder, Sander Digital Pictures, Köln, Deutschland
InterCity Berlin-Praha, Galerie Manes, Prag, Tschechische Republik
Fotosommer Stuttgart, Beteiligung an der Ausstellung, Deutschland
Lumas Editionsgalerie, Düsseldorf, Deutschland
Lead Awards Preisträger, Deichtorhallen Hamburg, Deutschland
Realität oder was? Ausstellung Jesuitenkirche Aschaffenburg, Deutschland
Berliner Fotokunst in Prag, Tschechisches Zentrum
2004Sehnsuchtbilder-Irrational Moments in Photography, Lumas Editionsgalerie, Berlin, Deutschland
2003Kleurgamma, Unit, Amsterdam, Niederlande
Ausstellung der Ankäufe 2002 des Bundesumweltministeriums in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalens, Berlin, Deutschland
2002Photokina Visual Gallery, Köln, Deutschland
2001Reinhard-Wolff Ausstellung, Museum für Kunst und Gewerbe
1997Bilderbad Herten, Herten, Deutschland
Zeigung, Zeche Zollverein, Essen, Deutschland