Konrad Adenauer und André François-Poncet, Paris von Erich Lessing
Erich Lessing

Konrad Adenauer und André François-Poncet, Paris

1951 / 2012
Limited Edition, Auflage: 100, Signiert
60 x 40
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Rahmen

Passepartoutrahmen Hamburg, Profilbreite 20 mm, Spessart-Eiche schwarz, 94 x 74 cm(Außenmaß)

Auf Premium Papier, ohne Kaschierung oder Rahmen, wird gerollt versendet

CHF 699,00
inkl. MwSt. zzgl. CHF 29 Versand | Werknummer: ELS09
Hintergrundinformationen zu Erich Lessing
Einführung
Erich Lessing – Eine Reise in die Vergangenheit

Als Erich Lessing, der bekannte Magnum-Fotograf, gefragt wurde, ob er auch Dreharbeiten von einem Musikfilm fotografisch begleiten würde, erklärte sich der, eher für seine politisch motivierten Dokumentationen berühmte Bildreporter, schnell bereit, die Entstehung des später weltberühmten Films The Sound of Music zu dokumentieren.

Der Film erzählt von der jungen Nonne Maria, die von ihrer Oberin zum verwitweten Kapitän von Trapp geschickt wird, um auf seine Kinder aufzupassen. Maria bringt den Kindern nicht nur Singen und Tanzen bei, sie verliebt sich in ihren Vater. Nachdem von Trapp sich weigert, nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, in die Dienste der Nationalsozialisten zu treten, muss er zusammen mit seinen Kindern und Maria, in die er sich ebenfalls verliebt, über die Schweizer Grenze fliehen.

Es dürfte Erich Lessing tief bewegt haben, als er sich während der Dreharbeiten an sein eigenes, viel tragischeres Schicksal erinnert fühlte. Als Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Familie konnte er zwar selbst noch nach Palästina fliehen, seiner Familie gelang die Flucht vor den Nationalsozialisten jedoch nicht.

Der Erfolg des Films ist im Wesentlichen dem Charme der jungen Julie Andrews zu verdanken, die in der Rolle der Maria mit ihrem Frohsinn und ihrer Liebe zur Musik die Herzen des Filmpublikums im Sturm eroberte. Auch Erich Lessing macht sie zum Mittelpunkt seiner Schwarz-Weiß-Dokumentation. Wir sehen Andrews nicht nur in Filmszenen inmitten der Kinderschar von Trapps oder in Nahaufnahmen beim Mienenspiel, sondern auch in den Pausen zwischen den Drehs.

Neben The Sound of Music dokumentierte Lessing außerdem die Dreharbeiten zu so bekannten Filmen wie Alexis Sorbas und John Houstons Moby Dick. Eine Erinnerung Lessings an die Set-Fotografien zu Moby Dick lässt jedoch erahnen, dass diese Arbeit für einen krisenerprobten Reportagefotografen nicht immer nur spannend war: „Das einzige, was ich mit Walfischen jetzt gemeinsam habe: Ich bin einer der wenigen, die auf dem Rücken einer Walattrappe Poker gespielt hat – wochenlang, weil das Wetter nicht gut war.“

Solche Anstrengungen lassen die Set-Fotografien von Erich Lessing nicht erahnen, und so begeistern sie noch heute. Die Ausstellung Erich Lessing – The Making of Sound of Music in Salzburg mit seinen Aufnahmen zu dem Film lockte noch 2011 allein in einem Monat 30.000 Besucher an.


Der Magnum-Fotograf Erich Lessing – vom Dokumentaristen zum poetischen Geschichtenerzähler

Als Fotoreporter im Dienst von Associated Press machte sich Erich Lessing nach 1947 einen Namen. Schon 1950 fragte ihn David „Chim“ Seymour, neben Robert Capa, George Rodger und Henri Cartier-Bresson eines der Gründungsmitglieder der legendären unabhängigen Fotografenagentur Magnum Photos, ob er Mitglied werden wolle. Ein Ritterschlag für Fotojournalisten damals wie heute. Bald war Erich Lessing so bekannt, dass Politiker wie Konrad Adenauer sich von ihm porträtieren ließen. Entstanden sind viele Bilder, die sich tief in das kollektive Bildgedächtnis eingeschrieben haben. Mit Aufnahmen wie „Berlin bleibt frei“ von 1956, das den Freiheitswillen der Berliner Bürger in der damals eingeschlossenen Stadt bekundet, betreibt er europäische Erinnerungsarbeit.

Berühmt geworden ist er für seine Fotoreportage des Ungarischen Volksaufstands gegen die sowjetische Besatzungsmacht 1956, unvergessliche Bilder, für die er mit dem American Director’s Award ausgezeichnet wurde. Als hellwacher Zeitzeuge hat er nicht nur die Stimmung in den osteuropäischen Ländern in der Morgendämmerung des kalten Krieges festgehalten, sondern auch die großen Gipfelkonferenzen der Nachkriegszeit begleitet, aus denen die Europäische Union hervorgegangen ist. Seine Bilder wurden in wichtigen internationalen Magazinen wie z.B. Paris Match, Life, Picture Post, EPOCA, Quick veröffentlicht.

„Mit meiner Arbeit wollte ich dokumentieren“, war damals sein Credo. Er verstand sich nicht als Geschichtenerzähler, sondern als Zeitzeuge. Lessings Lebensweg führte ihn eher auf Umwegen zur Fotografie, und seine persönliche Geschichte ist vielleicht auch Grund für eine tiefgreifende Skepsis. Mit nur 16 Jahren gelang es dem in 1923 in Wien geborenen Sohn einer großbürgerlichen jüdischen Familie 1939 mit einem der letzten Schiffe über Triest nach Palästina zu fliehen, während seine Familie, die zurückbleiben musste, in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ermordet wurde. In Palästina schlug er sich als Radiotechniker, Taxifahrer und mit Gelegenheitsfotografie durch, bis er im zweiten Weltkrieg Fahrer der Britischen Armee wurde und schließlich als deren Fotograf arbeitete. 1947 kehrte er nach Wien zurück und arbeitete fortan unter anderem für die „Associated Press“ – der Beginn seiner Karriere als Fotoreporter.
Vita
1923 geboren in Wien, Österreich
1939 Übersiedlung nach Palästina
Lehre zum Radiotechniker am Technion, Haifa, Israel
1947 Rückkehr nach Österreich
seit 1951 Mitglied der Fotografen Kooperation MAGNUM, Paris/New York
1973 Verleihung des Professortitels durch österreichischen Bundespräsidenten Franz Jonas
Aufbau und Besetzung eines Lehrstuhls für Fotografie an der Hochschule für angewandte Kunst in Indien
2018 Gestorben in Wien, Österreich
Auszeichnungen
1997Großer österreichischer Staatspreis, Österreich
1992Silber Medaille der Stadt Wien, Österreich
1992Imre Nagy Medaille verliehen durch den Präsidenten für Arbeiten über die ungarische Revolution
1976Wiener Kulturpreis, Österreich
1970Dr. Karl Renner Preis, Österreich
1966Prix Nadar für das Buch Die Odyssee, Frankreich
1956American Art Editors’ Award, USA
Ausstellungen
2011Erich Lessing: Vintages & Modern Prints, Galerie Makartgasse, Wien, Österreich
2011Macht der Bilder, Parlament Wien, Österreich
2011Erich Lessing :The Making of Sound of Music, Kunstpavillon White Noise, Salzburg, Österreich
2011Erich Lessing: Am Puls der Zeit, Stadtgalerie Klagenfurt , Klagenfurt, Österreich
2010Erich Lessing: CINEMA, Galerie Anika Handelt, Wien, Österreich
2009Herbert von Karajan, Leica Gallery, New York, USA
2009Europe: In-Between Document and Fiction, The National Centre of Dance, Bucharest, Rumänien
2008Erich Lessing: Unterwegs, Künstlerhaus, Wien, Österreich
2008Herbert von Karajan: Leica Galerie, Salzburg, Österreich
2008Vintages, Galerie Fotohof, Salzburg, Österreich
2007Arresting Time, Base sous marine, Bordeaux, Frankreich
2007Europe 50 years ago, Federal Ministry for European and International Affairs, Wien, Österreich
2007Reportage-Photographien 1948 - 1973, Galerie Momentum, Wien, Österreich
2006The Hungarian Revolution in 1956, Budapest Historical Museum, Budpest, Ungarn
2005Free! Liberation and Sovereignty Austria 1945-1955, Hoover Institution, Stanford University, Kalifornien, USA
2005Von der Befreiung zur Freiheit - Schwarzenberg Kazerne, Salzburg/Wals, Österreich
2003People Known and Unknown - Photofusion Gallery, London, UK
2003Arresting Time - Dimbola Lodge Museum, Isle of Wight, UK
2003Photographien der 50er Jahre - Museum Modern Kunst, Passau, Deutschland
2002Erich Lessing Photography, Kunsthistorisches Museum, Wien, Österreich
2000Erich Lessing: 50 anni di fotografia, Bologna, Italien
1999Erich Lessing - School of Art Gallery and Museum, University of Wales, Aberystwyth, UK

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